Samstag, 22. September 2012

Watoto Wema Centre

So, hier also der erste Post über meine Einsatzstelle, das Watoto Wema Centre. Als erstes möchte ich euch die Seite des Vereins geben, der das Watoto Wema Centre von Deutschland aus mit Spenden unterstützt: http://www.watotowema.net/ Hier kann man viel über aktuelle Projekte, Patenschaften, Spenden, Kinder und alles Mögliche rund um das Watoto Wema erfahren. Die Seite ist sehr aktuell und informativ.

Weil ich die Internetseite echt gut finde, möchte ich die Struktur des Centres hier nur kurz darstellen: Im Watoto Wema Centre, was soviel wie "Centre der guten Kinder" bedeutet, wohnen im Moment um die 40 Jungen und Mädchen zwischen zwei und 16 Jahren. In dem Heim werden die kleinen Kinder bis zur zweiten Klasse unterrichtet, bevor sie auf eine staatliche Schule wechseln und nur noch abends und nachts im Heim anzutreffen sind.Das Heim bietet außerdem Platz für Daycare-Kinder, die nur tagsüber ins Center kommen, um die Schule zu besuchen und etwas zu essen zu bekommen, und nachts bei ihrer Familie schlafen.
Außerdem gibt es home-based Kinder, die zu Hause wohnen und vom Watoto Wema Centre finanziell und "beratender Weise" unterstützt werden. Es ist ein Ziel des Watoto Wemas, dass alle Kinder möglichst wieder zurück in ihre Familien können, wenn es die Umstände zu Hause erlauben.

Meine erste Woche im Watoto Wema Centre war toll! Die Kinder sind sehr lieb, aufgeschlossen, neugierig, aufmerksam, ausgeglichen und hilfsbereit. Auch meine Kolleginnen und Kollegen und die anderen Freiwilligen sind sehr nett. Im Moment arbeiten im Watoto zwei Lehrerinnen, ein Sozialarbeiter (der auch unterrichtet), ein Betreuer für die Jungs, eine Betreuerin für die Mädchen, eine Putz- und Waschfrau, die gleichzeitig Betreuerin für die Kids ist und der Kopf des Watoto Wema, Mr. Lusweti. Außerdem sind wir im Moment vier Freiwillige, von denen aber nur Nora und ich für 11 Monate hier arbeiten werden.

An unserem ersten Tag wurden wir sehr freundlich willkommen geheißen, die Kinder versuchten gleich, unsere Namen aufzuschreiben:

Wie man sieht, waren wir am ersten Tag zu dritt: Lena hat uns zwei Tage lang ins Watoto Wema begleitet, weil ihr Projekt noch nicht gestartet hat, weil hier seit vier Wochen (!) die Lehrer streiken und in öffentlichen Schulen kein Unterricht stattfindet. Für uns ist das ein Vorteil, da wir so gleich alle Kinder des Watoto Wema kennenlernen, auch die, die um die Uhrzeit, in der wir dort sind (9-15 Uhr) eigentlich in der Schule sein müssten.

Noras und meine Aufgaben im Watoto Wema bestehen darin, die Lehrer beim Unterrichten zu unterstützen, mit den Kindern Mittag zu essen und Nachmittags evtl. noch etwas mit ihnen zu spielen oder zu singen. Wenn wir uns etwas "eingelebt" haben (wir bekommen glücklicherweise viel Zeit, um das Center und alles drumherum erst einmal kennen zu lernen), werden wir außerdem eine eigene "Familie" übernehmen. In einer Familie sind 4-6 Kinder unterschiedlichen Alters, die in ihrem "Familienoberhaupt" ihren Hauptansprechpartner finden.

Hier sind ein paar Fotos, wie während der ersten Woche im Watoto Wema entstanden sind:



 Sarah mit meiner Sonnenbrille. Die Kinder sind immer neugierig, wenn man etwas dabei hat. Besonders gerne möchten sie an unseren Handys die Spiele spielen oder mit unseren Kameras fotografieren. Einige der folgenden Fotos sind also gar nicht von mir, sondern von den Kindern selbst geschossen.

Das hier ist das Haus der Jungs, links sieht man das Schulgebäude.
 Auch die Halskette ist interessant. Und die Haare!
 Das hier sind die SchülerInnen der ersten Klasse. Sie werden von Edwin, dem Sozialarbeiter des Watoto Wema unterrichtet. Fächer sind Englisch, Swahili (in der pre-unit ist das noch beides zusammengefasst unter "language"), Mathe und Social Studies. Außerdem wird zweimal in der Woche draußen gesungen und gespielt ( = Musik und Sport).
 Das ist die zweite Klasse, die von Grace unterrichtet wird. Die Kinder hier sind schon richtig fit!
Die kleinsten Kinder starten mit der pre-unit bei Lydia. Hier habe ich die meiste Zeit meiner ersten Woche verbracht. Die Kinder lernen Zahlen und Buchstaben zu schreiben, zu zählen, zu rechnen, Symbole zu erkennen und abzuzeichnen. Die drei Großen können schon ganze Sätze lesen, Carlos, der erst neu dazugekommen ist, übt noch Buchstaben nachmalen.


Außer Kindern wohnen im Watoto Wema Centre Hühner (mit Küken!), Ziegen (mit Neugeborenem!) und Kaninchen. Leider ist ein Kaninchen vor drei Tagen gestorben. Es hatte sich wohl erkältet, weil es nachts doch recht kühl wird.


 Beim Bemalen der Häuser haben unsere Vorgänger ganze Arbeit geleistet! Ganz viele Flaggen und nachgemalte Schatten der Kinder schmücken die Außenwände. Hier bin ich mit den drei Kleinsten, die sich sehr für die Kamera und das Fotografieren interessieren!


Links seht ihr Julliet, die viel mehr als eine Putzfrau ist! Sie ist immer für die Kinder da.
Beim Mittagessen. Es gibt Githeri, das aus Mais und Bohnen gekocht wird. Als Essensraum dient der gleiche Raum, der vorher und nachher als Klassenzimmer für alle drei Klassen genutzt wird. Obwohl die Klassen nur durch Stoffwände voneinander getrennt sind, erscheinen mir die Kinder sehr aufmerksam und konzentriert. Soweit es geht eben ;)
Ibrah ist ein neues Kind im WatotoWema. Ich habe ihn für das Plakat fotografiert, auf dem alle Familenmitglieder der acht Familien zu sehen sind. Die Plakate haben wir gestern neu getaltet, damit die neuen Kinder darauf Platz haben und auch die neuen Familienmamas einen Platz für ihr Foto haben.
Sarah zeigt stolz ihren Lolli, den sie von einer Freiwilligen bekommen hat, die einen Monat lang hier gearbeitet hat, gereist ist und gestern noch einmal ins Watoto Wema zurück gekehrt ist, um den Kindern Hallo zu sagen und ihnen Süßigkeiten mitzubringen.


Timothy hat diese Woche schon zum zweiten Mal Besuch von seinen Pateneltern aus Deutschland bekommen. Sie haben ihm viele Geschenke mitgebracht!

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