Samstag, 15. September 2012

Hostfamily


Donnerstag abend kam für uns Freiwillige der Moment der Wahrheit: Wir zogen aus dem Hostel aus in unsere Gastfamilien. Auf dem Foto seht ihr das Haus meiner Hostmum Elisabeth und meines Hostfathers Isaac. Die beiden sind sehr nett. Isaac hat schon einige Jahre in Europa (u.a. in München und in Paris), in den USA und in Kanada gelebt. Er hat für die UNESCO gearbeitet. Vor 10 Jahren hatte er einen schweren Autounfall, bei dem er sich beide Beine gebrochen hat, und kann seitdem nicht mehr arbeiten. Die drei Kinder meiner Hostfamily sind verheiratet und leben in Nairobi und in den USA.


Im Moment wohnen in der Familie noch eine Freiwillige aus Finnland und Clemens, ein anderer weltwärts-Freiwilliger aus Deutschland, dessen Projekt 200 km von Nairobi entfernt ist und erst am Dienstag startet. Wir beide teilen uns bis dahin ein Zimmer - ihr seht es auf dem Foto. Wir haben es sehr gut getroffen und genießen viele Freiheiten (Clemens erfreut sich besonders der Freiheit, dass er als Mann selbst Geschirr spülen darf). Es gibt sogar warmes Duschwasser!

Wir Freiwilligen üben uns sehr darin, den Luxus, den wir von zu Hause gewohnt sind, nicht zu vermissen. Im Hostel hatten wir uns schon so daran gewöhnt, abends mit Stirnlampe Zähneputzen und duschen zu gehen, dass wir lachend aus allen Wolken gefallen sind, als Jonas (er ist schon seit Mai hier) uns mitteilte, dass wir auch einfach eine Glühbirne in die Badezimmer-Lampe drehen könnten, um im Bad Licht zu haben. Das erschien uns aber allen zu simpel und so duschten wir weiterhin im romantischen Taschenlampenlicht.
Ebenfalls fast enttäuscht waren wir von dem großen Kaufhaus hier in Buruburu, da man hier wirklich (beinahe) alles bekommt. Nivea-Produkte sind zwar etwas teurer als in Deutschland, aber durchaus erschwinglich. Gewöhnungsbedürftig sind die Straßenkinder, die uns regelmäßig vor dem Kaufhaus abfangen und nach ein paar Schilling für etwas zu Essen fragen. Sie freuen sich aber auch über Bonbons!

Außer deutschen und finnländischen Freiwilligen haben wir schon Freiwillige aus Frankreich, Dänemark und Japan getroffen (auch letztere gelten hier als "Wazungu", also Europäer bzw. Weiße). Viele bleiben aber nur einige Wochen oder Monate, bevor sie wieder zurück in die Heimat gehen.

Gestern abend haben wir uns das erste mal ins Nachtleben Buruburus getraut. Es gibt viele Pubs hier, in denen hauptsächlich Bier getrunken wird. Und damit kennen wir Deutschen uns natürlich aus.


Am Montag gehen alle Freiwilligen in ihre Projekte. Wir sind schon sehr gespannt, was uns dort erwarten wird. Von meinem Projekt habe ich bisher nur Gutes gehört und ich freue mich darauf, dass es bald losgeht. Ich hoffe, ihr klickt wieder mal rein, um zu lesen, was ich über das Watoto Wema zu berichten habe ;)

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