Montag, 1. Oktober 2012

Neues aus Buruburu und Ruai



Heute ist der erste Oktober, das bedeutet, dass ich nicht mal mehr 10 Monate in Nairobi verbringen werde. Im Moment habe ich das Gefühl, dass die Zeit rennt. Vor kurzer Zeit habe ich noch gesagt, ich würde "fast ein Jahr" in Kenia verbringen Jetzt dauert es nicht mehr lange und es ist schon nur noch ein dreiviertel Jahr. Mir geht es super und Kenia gefällt mir immer noch sehr gut. An manchen Tagen bin ich sehr genervt davon, dass ich auf der Straße (scheinbar) alle Aufmerksamkeit auf mich ziehe und fremde Menschen mich begrüßen, mir die Hand schütteln, mir etwas verkaufen oder anderweitig ihre Dienste anbieten möchten. Aber diesen Umstand kann man wohl schwer ändern, deshalb werde ich sicher lernen, damit umzugehen. Ich freue mich schon auf meinen ersten Spaziergang durch Frankfurt, wo niemand besondere Notiz von mir nehmen wird! 

Auch versuche ich nicht allzu paranoid zu sein, obwohl ich schon von einigen Freiwilligen gehört habe, dass sie in Kisumu, Mombasa und in Nairobi überfallen und/oder bestohlen wurden. Gerade auf dem Nachhauseweg habe ich die Abkürzung, die zwischen den „courts“ hindurchführt und die ich sonst tagsüber bedenkenlos benutze, gemieden, da sich dort einige Menschen versammelt und laut gerufen haben. Ein junger Mann hielt sich seine Nase. Ich nehme an, dass hier ein Dieb gefasst wurde. 

An Zivilcourage mangelt es den Kenianern hier nicht, sobald ein Bestohlener laut „Mwezi!“ („Dieb!“) ruft, rennen die Umstehenden, um den Dieb zu fassen. Das kann manchmal bedenkliche Folgen für den Kleinkriminellen haben. Weniger Zivilcourage bewiesen die Kenianer am Wochenende, als ein Paar streitend die große Straße entlang lief, wobei der Mann seine Freundin mehrmals ins Gesicht schlug. Die Kenianer, die mit uns unterwegs waren, erklärten uns, dass es ohnehin nichts ändern würde und die Frau ihren Mann sicher nicht verlassen würde, wenn sie jetzt eingriffen. Schwierig, sich darüber eine Meinung zu bilden. Was denkt ihr?
Vielleicht habt ihr gehört, dass somalische Terroristen eine Handgranate in eine Sonntagsschule neben einer Kirche hier in Nairobi geworfen haben. Die Kirche ist von meinem Wohnort ca. 5 km entfernt. Die Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, schienen betroffen, jedoch nicht bestürzt. Die Sicherheitsvorkehrungen in Nairobi sind seit diesem Jahr deutlich verschärft worden: Vor jedem Supermarkt und manchmal auch vor Restaurants stehen Männer und Frauen, die Menschen kontrollieren und Taschen abtasten. Leider ist es auf Grund der Korruption immer noch möglich, Waffen nach Kenia zu schmuggeln und diese auch zu benutzen. Ich hoffe sehr, dass sich das bald ändern wird!


So, ich denke, wir können zu einem erfreulicheren Thema kommen: Essen. Am Wochenende haben Clemens und ich für unsere Hostfamily gekocht. Es gab Pasta (lusterweise hat unsere Hostmum noch immer nicht verstanden, dass „Pasta“ einfach „Nudeln“ heißt und keineswegs immer Spaghetti mit Tomatensauce sein muss – trotzdem wissen wir immer, was sie meint, wenn sie fragt, wann wir mal wieder Pasta kochen). Es hat jedenfalls viel Spaß gemacht, in einem kenianischen Supermarkt die Zutaten für Spaghetti Napoli zusammen zu suchen und auf einer einzigen zur Verfügung stehenden Herdplatte zu kochen. Das Highlight war übrigens das Vanille-Eis, das unser Hostdaddy sich zum Nachtisch gewünscht hatte. 


 Aus dem Watoto Wema Centre gibt es nur Erfreuliches zu berichten. Die Kinder sind alle wohlauf und lernen fleißig. Letzte Woche gab es für alle Kinder Luftballons, die natürlich schneller geplatzt sind, als Camilla und Katrin, die beiden Freiwilligen aus Dänemark und Österreich, sie aufblasen konnten.Die beiden "großen" auf dem Foto sind übrigens Kijana, ein Freiwilliger aus Kenia und Edwin, der Sozialarbeiter (und Lehrer) des Centres.


Alle pre-unit-, Erst- und Zweitklässler aus dem Watoto Wema
Ein Pinguin im Watoto Wema


Spielen im Sand





















Heute haben alle Kinder, die im Watoto Wema zur Schule gehen, neue Turnschuhe, Unterhosen und Socken bekommen. Erika, eine Freiwillige aus Mexiko, hatte letzte Woche in mühsamer Arbeit alle Füße der Kinder aufgemalt und am Wochenende für jedes Kind Turnschuhe in seiner Größe gekauft. Die Kinder waren sehr stolz auf ihren neuen Besitz!



So, das wars erst mal an Neuigkeiten. Bis bald und viele Grüße aus Nairobi!

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