Montag, 15. April 2013

Frohe Ostern

Ich hoffe, ihr hattet alle ein schönes Osterfest und habt die Zeit mit euren Familien genossen. Ich habe meine Familie sehr vermisst und nur neidisch am Telefon gehört, dass sich alle zum Osterbrunch getroffen haben - ohne mich natürlich. Trotzdem hatte ich schöne Feiertage.



Den Ostersonntag habe ich im Watoto Wema Centre verbracht. Eigentlich fängt die Geschichte aber schon am Samstag an. Beziehungsweise an Weihnachten, als ein freundlicher privater deutscher Sponsor auf die Idee kam, dem Centre ein Weihnachtgeschenk in Form einer Geldspende zu überreichen. Mit diesem Geld (und dem Geld eines anderen Sponsors aus den Niederlanden) haben wir für die Kids eine kleine Oster-Feier organisiert. Dafür haben Chloé, eine französische Freiwillige, Eric, der neue Yoga-Lehrer des Centres (siehe unten) und ich am Samstag vor Ostern 100 Chapatis (Pfannkuchen) gebraten. Dafür haben für viel Mehl, viel Öl und sechs Stunden gebraucht. Aber wir hatten auch viel Spaß.

Am Sonntag bekamen die Kinder dann Chapati mit Gemüse und Fleisch, Cola, Fanta und Kekse. 





Außerdem konnte jedes Kind ein Osterei färben und später essen. Die Eier konnten zuerst mit Wachmalstiften angemalt werden und wurden dann mit Lebensmittelfarbe gefärbt. Den Kids hat das Färben viel Spaß gemacht! Einige Tränen mussten später allerdings getrocknet werden, da einige Eier der kleineren Kinder verloren gegangen sind bzw. von älteren Schülern geklaut und gegessen wurden. Pfiu! Aber auch hier teilen Freundinnen und Freunde gerne untereinander, sodass jedes Kind Ei essen konnte. 
























Nach dem Essen bauten die „Großen“ ihre Musik im Klassenzimmer auf und wir tanzten. Die Kids hatten Gruppen gebildet und haben in den Gruppen vorgetanzt, allerdings hat es bald niemanden mehr auf den Sitzen gehalten und wir haben alle gemeinsam getanzt. Es war ein Riesenspaß!

 







Ja, was gibts sonst noch so neues im Centre? Vieles! Einer der Lehrer hat vor ein paar Wochen gekündigt und wir Freiwilligen haben vorerst seine Klasse übernommen,  bis ein Erstaz gefunden wurde. Seitdem haben wir viel zu tun. Zum Glück gibt es seit letzter Woche eine neue Lehrerin: Teacher Edith. Sie ist eine eher ruhige Person, scheint mir aber eine gute Lehrerin zu sein - soweit ich das beurteilen kann. Ich mag sie jedenfalls. Die Kinder kommen auch gut mit ihr aus und es ist gut, dass sie wieder eine „richtige“ Lehrerin haben.
Die erste Klasse und die Vorschule sind jetzt endlich getrennt (was sie schon seit Beginn des Schuljahres im Januar hätten sein sollen), allerdings gibt es hier nur eine Lehrerin für beide Klassen, Teacher Lydia, die allerdings eine sehr gute Arbeit macht und alles super managed!

Ach ja, pünktlich zu Ostern haben wir neue Hasen bekommen. Außerdem wurde der Zaun an zwei Seiten des Hauses nach hinten versetzt, sodass das Grundstück größer ist und mehr Platz für Ställe und Gärten ist. Für dieses Jahr hat das Centre einige Projekte geplant, für die noch Geld benötigt wird. Oft sind es kleines Beträge von wenigen Hundert Euro. Natürlich möchte ich selbst auch gerne fundraisen (Geld sammeln), mal schauen, welches Projekt ich übernehmen werde.




Wie oben erwähnt haben wir einen neuen Yoga Lehrer im Centre. Eric kommt einmal in der Woche und unterrichtet die Schüler von 4-12 Jahren in Yoga. Im Moment ist das oft noch etwas chaotisch, weil wir noch nicht den perfekten Platz für die Yoga – Stunde gefunden haben und die Kinder noch sehr unruhig sind. Aber ich bin sicher, mit der Zeit wird das besser.  Mit dem Yoga ist es wie mit Vielem: Den einen liegt es mehr, den anderen weniger. Insgesamt freuen sich die Kinder auf die Yoga Stunden, einige ganz kleine und sind sehr eifrig dabei! Die etwas Größeren sind besonders am akrobatischen Aspekt des Yogas interessiert. Wir haben ein paar richtig talentierte Akrobaten im Watoto Wema Centre!

Eric wird vom  Africa Yoga Project bezahlt. Das Projekt aus New York bildet in Kenia und anderen afrikanischen Ländern Yoga-Lehrer aus und bezahlt sie, damit sie in Kinderheimen, Schulen, Gefängnissen, Rehabilitationszentren, Slums, Polizeicamps, Militärcamps und Behindertenwerkstätten Kinder und Erwachsene in Yoga unterrichten.















 











Am Samstag waren wir Watoto-Wema-Freiwillige zusammen mit vier anderen weltwärts-Freiwilligen aus anderen Projekten und einem Mitarbeiter von CIVS (die kenianische Partnerorganisation meiner deutschen Endsendeorganisation) im Center und haben Bäume und Gemüse gepflanzt und das Grundstück ein bisschen von Plastik-Müll und rumliegenden Klamotten befreit. Das Center hat jetzt vier neue Mangobäume, zwei Baumtomatenbäume, vier Avocadobäume, vier Orangenbäume und vier Papayabäume. Außerdem ein neues Feld mit sukuma wiki (ähnlich wie Spinat).







Auch der Heimleiter, Mr. Lusweti, hat kräftig mit angepackt und die Löcher für die Bäume gegraben.
















Das Gelände vom Schmutz zu befreien war schwierig, weil leider im Moment fast alles überschwemmt ist. In Kenia ist gerade Regenzeit; viele Straßen sind entweder furchtbar matschig oder völlig überflutet. Auch das Center hat im Moment einen See auf dem Gelände, durch den die Kinder barfuß und wir mit Gummistiefeln gewatet sind, um Müll aufzusammeln. Wir hatten trotzdem unseren Spaß!














Während wir gearbeitet haben, hat unsere Mama-Ziege ihr Baby zur Welt gebracht. Ist es nicht süß?


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen