
Am Samstag war ich, zusammen mit den anderen Freiwlligen, zu Sabines baby shower (dt. "Baby Dusche") eingeladen. Sabine ist unsere Swahili Lehrerin. Sie kommt aus Deutschland, lebt aber schon seit 8 Jahren in Kenia. Im August bekommt sie - so Gott will - ihr zweites Baby. Ihre baby shower Party wurde von ihren kenianischen Freundinnen und der Schwester ihres Mannes organisiert - und zwar als Überraschungsparty.

Ihr Mann lud sie zum Mittagessen in die Stadt ein, während wir in ihrem Haus fleißig Luftballons aufpusteten und aufhängten. Als wir Bescheid kamen, dass Sabine "im Anmarsch" ist, versteckten wir uns alle im Hof, um sie am Tor zu überraschen. Sie hatte zwar von draußen schon die Luftballons gesehen, war aber trotzem überrascht und hat sich sehr gefreut!!

Nach dem ersten Schreck ließen wir uns alle im Hof nieder, aßen Chapati, Eintopf, Tomaten und deutschen Kartoffelsalat und tranken Cola, Fanta, Sprite und Wein. Äh, alle außer Sabine. Sie trank nur Sprite.

Eine befreundete Grundschullehrerin, die nebenberuflich baby shower, Junggesellinenabschiede, Hochzeiten usw. organisiert, hatte ein paar lustige Spiele für alle vorbereitet. Glücklicherweise spielten wir die Spiele auf englisch. Wir bekamen alle weißes Geschenkband um den Arm gebunden und wer einen Fehler machte, bekam es abgenommen und war ausgeschieden. Jannis, Sabines erstgebohrener Sohn, fand es langweilig, das Geschenkband nur am Arm zu tragen und schnürte sich gleich komplett damit ein. Ein Luftballon sorgte außerdem dafür, dass er selbst auch äußerst schwanger war an diesem Tag. Er tanzte lustig zwischen den Erwachsenen herum und genoss die Aufmerksamkeit, die er, aber auch seine Mama bekam.
Die "Spiele-Managerin" sprach sehr schön über Kinder als Geschenk Gottes und darüber, wie schön es ist, Kinder zu haben und dass man froh sein soll, wenn Kinder nicht bloß still sitzen, da dies nicht ihrer Natur entspricht: "Kinder sollen toben und spielen, sonst sind sie nicht glücklich."
Im ersten Spiel wurden uns gruppenweise Begriffe wie beans (dt. "Bohnen"), rice (dt. "Reis), maize (dt. "Mais") usw. zugeordnet. Die Spielleiterin (mir ist leider ihr Name entfallen) erzählte nun eine Geschichte und jedes mal, wenn unser Begriff genannt wurde, mussten wir aufstehen und uns wieder setzen. Ihr ahnt, dass die Begriffe "beans", "maize", "rice" usw. überdurchschnittlich oft fielen. Wer also verpasste aufzustehen oder bei einem falschen Begriff aufstand, schied aus. Das habe ich dann auch sehr schnell geschafft, da ich Mais mit Bohnen verwechselte. Kann ja mal vorkommen.

Im zweiten Spiel mussten alle, die noch im Spiel waren, zwei Sätze zum Thema "babys" sagen, ohne den Buchstaben "b" zu verwenden. Das ist wirklich nicht leicht! Sabine selbst durfte sich übrigens ausruhen, während ihren Gästen schon die Köpfe rauchten.


Im dritten Spiel ging es nun darum, Sabines Bauchumfang zu schätzen. Hier musste sie zuerst selbst aktiv werden und eine Runde "show-laufen", damit wir alle ihren Babybauch noch einmal in Augenschein nehmen konnten. Danach schnitten wir Geschenkband in der Länge zu, von welcher wir glaubten, sie würde Sabines Bauchumfang entsprechen. Auch nicht so einfach! Die meisten Bänder - darunter auch mein Band - waren zu lang. Aber eine Freundin traf es genau. Zur Belohnung bekam sie eine kleine Tafel Schokolade, während wir anderen uns mit einem kleineren Toffee zufrieden geben mussten.

Zum Schluss gab es noch ein bisschen Musik und Tanz, bevor wir uns verabschiedeten - natürlich nicht ohne Sabine und ihrer Familie alles Gute für ihre Zukunft zu viert und eine schöne Zeit mit ihrem zweiten Baby zu wünschen!
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