
Letzten Samstag haben wir für die Kindern einen Ausflug ins Schwimmbad organisiert. Wir hatten alle viel Spaß!! Schon im ziemlich überfüllten Bus war die Vorfreude bei allen groß. Den Bus bzw. das Matatu hatten wir gemietet, es hat uns also am Center abgeholt, ins Schwimmbad gefahren und später wieder dort abgeholt. Das Schwimmbad gehört zu einer großen Schule, die nicht weit vom Center entfernt ist.

Auch das Schwimmbad ist richtig groß. Es hat ein großes Becken, in dem Erwachsene an einer Seite stehen können und ein kleines Babybecken für die Nichtschwimmer und kleinen Kinder.
Nachdem wir angekommen sind, hat es nur Sekunden gedauert, bis die Kids sich in ihre Badekleidung geworfen hatten und die Schwimmbecken von Watoto-Wema-Kinder nur so gewimmelt haben.

Im Moment ist es in Kenia relativ kalt. Auch am letzten Samstag hat die Sonne nur minutenweise geschienen und die Kinder haben ganz schön gebibbert, wenn sie aus dem Wasser gestiegen sind. Aber zum Glück gibt es ja Handtücher, Schals und Khangas (bunte große Stoffestücke, die man sich traditionell um den Körper wickelt - meiner zum Beispiel ist lila-gelb).

Unser Neuzugang Fidel war Anfangs sehr skeptisch was das Baden angeht. Er hat sich das ganze Spektakel lieber aus sicherer Entfernung vom Schoß des neuen Uncles (dt. "Onkel") Dickson angeschaut. Am späten Nachmittag hat er sich dann aber doch ganz nah ran getraut und hat sogar die Beine ein bisschen im Wasser baumeln lassen.
In Dickson ist Fidel übrigens sehr verliebt. Er nennt ihn "uncle yangu" (dt. "mein Onkel"), obwohl Dickson natürlich der Onkel von allen Kids des Centers ist. Fidel weicht jedenfalls kaum von seiner Seite und hält ihn ganz schön aud Trapp. Es ist schön zu sehen, dass Fidel sich so schnell an das Leben im Center gewöhnt hat. Seitdem Louise, die neue "mother" (dt. "Mutter") im Urlaub ist, schläft Fidel bei Dickson und ist hoch erfreut darüber!

Von den "Großen" haben sich am Samstag jedenfalls nicht viele ins Wasser getraut. Daddy und Dickson haben sich kurz in das kalte Wasser gewagt und ich bin auch eine Runde geschwommen. Marion (links), die Co-Managerin des Centers, und Teacher Grace haben sich auf das Beobachten vom Beckenrand beschränkt.

Ich war übrigens erstaunt, wieviele unserer Kids schwimmen können! Das wusste ich gar nicht. Die großen Jungs haben sich alle ins tiefe Wasser getraut und sind geschwommen wie die Fische.
Aber auch ihnen wurde es schnell zu kalt und sie haben sich auf den warmen Steinen in der Sonne (wenn sie denn mal da war) ausgeruht.

Nach der ersten Schwimm-Runde gab es für alle erst mal Mittagessen. Die ältesten aus dem Center hatten Vormittags schon Ndengu (eine Art Linseneintopf) und Chapati vorbereitet, die wir mit unseren neuen "hot pots" transportiert hatten. Die Thermo-Töpfe, die Essen über Stunden warm halten, werden hier sehr häufig verwendet. Meistens sind sie aus Plastik; unsere etwas schickere (und teurere) Variante aus Metall habe ich von Spendengeldern der deutschen Spenderinnen und Spender für das Center gekauft.
Sie sind super und können nicht nur bei Ausflügen benutzt werden: Mit ihnen kann jetzt jeden Tag das Mittagessen zu den Kindern der höheren Klassen gebracht werden, die in einer staatlichen Schule nahe des Centers unterrichtet werden. Sie mussten das Essen bisher immer aus kleinen, lauwarm Plastikschüsseln genießen. Vielen Dank noch mal an alle, die Geld gespendet haben!

Der Ausflug ins Schwimmbad wurde übrigens von Spenden aus Frankreich
finanziert, die die französische Freiwillige Chloé gesammelt hatte. Sie
ist das Mädchen mit der silber-grauen Jacke und der schwarzen Hose im
Bild bei der Essensausgabe oben.
Nach der zweiten Schwimmrunde gab es für alle Snacks und Süßigkeiten. Wie überall in der Welt ist Daddy der beste Daddy, wenn er Lollies verteilt!

Und wenn man sich nach einem Tag im Schwimmbad mit 53 Kindern und 9 Erwachsenen in einen Bus mit 35 Sitzplätzen quetscht; und wenn die Jugendlichen auf der Rückbank laut anfeuern, wenn ein lahmer Lastwagen überholt wird; und wenn die Grundschüler laut "If you're happy and you know it clap your hands" und andere lustige Lieder singen; und wenn die Babies auf den Armen der Erwachsenen erschöpft und glücklich eingeschlafen sind; dann weiß man, dass die Welt wundervoll ist, solange sie nur voller Kinderlachen ist!!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen